Die Apfelblutlaus (Eriosoma lanigerum) ist ein heimtückischer Schädling, der vor allem Obstbäume wie Äpfel, Birnen und Quitten befällt. Diese aus Nordamerika stammende Laus hat sich weltweit verbreitet und kann im Kleingarten erheblichen Schaden anrichten, wenn man nicht frühzeitig gegen sie vorgeht.
Aussehen und Lebensweise der Blutlaus
Die erwachsene Apfelblutlaus ist etwa zwei Millimeter groß, rötlich-braun gefärbt und von einer weißen, wollartigen Wachsschicht umgeben. Diese Schicht schützt die Läuse vor Feinden und Umwelteinflüssen. Blutläuse sind meist an den jungen Trieben, Ästen und der Rinde von Obstbäumen zu finden, besonders in den Frühjahrsmonaten, wenn die Larven am Baum hinaufkrabbeln.
Blutläuse vermehren sich sehr schnell, und es treten bis zu 12 Generationen pro Jahr auf. Zuerst gibt es nur ungeflügelte Tiere, die sich ungeschlechtlich vermehren, aber sobald die Kolonien zu groß werden, entwickeln sich flugfähige Tiere, die sich auf andere Pflanzen ausbreiten.
Schäden durch Blutläuse
Blutläuse verursachen drei Hauptprobleme:
- Saftentzug: Durch das Saugen des Pflanzensafts werden Bäume geschwächt und das Wachstum beeinträchtigt.
- Blutlauskrebs: An den Einstichstellen entstehen Wucherungen an der Rinde, die sich zu Blutlauskrebs entwickeln können – eine Krankheit, die den Baum ernsthaft schädigt.
- Pilzinfektionen: Die Einstichstellen sind anfällig für Pilzinfektionen wie Obstbaumkrebs oder Rindenbrand, die kaum zu heilen sind.
Junge Bäume sind besonders gefährdet und können bei starkem Befall absterben. Auch die Früchte können durch die Honigtauausscheidungen der Läuse beschädigt werden, was den Verkaufswert verringert.
Natürliche Bekämpfungsmethoden
Im Kleingarten ist es ratsam, auf ökologische Bekämpfungsmethoden zu setzen, um die Blutlaus in Schach zu halten und gleichzeitig Nützlinge zu schützen.
Leimringe im Frühjahr: Bringen Sie im zeitigen Frühjahr Leimringe um die Baumstämme an, um die junge Larvenphase zu stoppen. Diese Methode verhindert das Aufsteigen der Larven, die sich im Baum niederlassen würden. Die fliegenden Erwachsenen können allerdings nicht verhindert werden, sodass diese Methode nur eine erste Schutzmaßnahme darstellt.
Förderung von Nützlingen:
- Ohrwürmer sind natürliche Fressfeinde der Blutlaus. Sie können durch umgedrehte Tontöpfe, die mit Stroh oder Heu gefüllt sind, angelockt werden.
- Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen tragen ebenfalls zur Kontrolle bei, indem sie die Läuse fressen oder parasitieren. Besonders die Blutlauszehrwespe ist ein effektiver Nützling, allerdings nicht immer leicht zu beschaffen.
Ölbehandlung:
- Wenn der Befall sehr stark ist, kann Rapsöl auf die Kolonien gesprüht werden. Das Öl legt sich wie ein Film um die Läuse und erstickt sie, da die weiße Wachsschicht der Läuse wasserabweisend ist. Diese Methode ist effektiv und schonend für die Umwelt.
Chemische Bekämpfung – Vorsicht!
Insektizide sind in der Bekämpfung von Blutläusen verfügbar, jedoch sollten diese nur in Notfällen und bei starkem Befall eingesetzt werden, da sie nicht nur die Schädlinge, sondern auch viele Nützlinge und Bienen gefährden. Pyrethrumhaltige Mittel sind in insektenfreundlichen Gärten eher ungeeignet, da sie breite Auswirkungen auf das gesamte Insektenleben haben.
Fazit: Prävention und rechtzeitige Bekämpfung
Die Apfelblutlaus stellt eine ernsthafte Bedrohung für Obstbäume im Kleingarten dar. Frühzeitiges Handeln ist entscheidend, um größere Schäden zu verhindern. Durch den Einsatz von Leimringen, die Förderung von Nützlingen und gezielten biologischen Spritzmitteln wie Rapsöl können Sie die Blutlaus wirksam bekämpfen. So schützen Sie nicht nur Ihre Bäume, sondern tragen auch zum Erhalt einer gesunden Gartenumgebung bei.
Ein ständiger Überblick über den Gesundheitszustand Ihrer Obstbäume sowie eine regelmäßige Inspektion auf Blutläuse hilft Ihnen, Probleme frühzeitig zu erkennen und schnell zu handeln.