Pflanzenkrankheiten

Rußrindenkrankheit

ahorn russrindenkrankheit rund
(C) CC BY-SA 3.0 Wikipedia StromBer

Cryptostroma corticale (Syn. Coniosporium corticale) ist die einzige Art der Schlauchpilzgattung Cryptostroma. Die Gattung wurde oft der Familie der Xylariaceae zugeordnet, aufgrund der Verwandtschaft mit der Art Graphostroma platystoma liegt jedoch auch eine Einordnung in die Familie der Graphostromataceae nahe. C. corticale kann die sogenannte Rußrindenkrankheit verursachen, eine Pilzerkrankung an Ahornbäumen.


Bei Inhalation der Sporen kann der Pilz auch beim Menschen schwere Entzündungen der Lungenbläschen auslösen, die von Reizhusten, Fieber, Atemnot und Schüttelfrost begleitet sind.


Erkrankte Bäume sind durch Welke, Blattverlust, Absterbeerscheinungen der Krone und Kambiumnekrosen, länglich aufgerissene Rinden und Schleimfluss am Stamm erkennbar. Infektionen werden durch trockenes und heißes Klima und Wasserknappheit begünstigt. Der Absterbeprozess kann mehrere Jahre betragen.

Ist die Borke eines Baumes verletzt, können die Konidien des Pilzes in diesen eindringen. Zuerst breitet sich der Pilz im Kernholz aus, anfangs im Xylem und später im Phloem. In Jahren mit kühlen Sommern kann das Wachstum des Pilzes zum Stillstand kommen und der Baum sich erholen. Der Pilz kann daher lange Zeit latent im Wirt vorhanden sein, aber wenn der Baum geschwächt ist, und besonders nach längeren Trockenperioden, wächst das Myzel des Pilzes vermehrt vom Kernholz in Richtung Rinde.


In Deutschland wurde schon 1964 die Lungenkrankheit eines Gärtnermeisters mit der Krankheit des Ahorns in Verbindung gebracht; befallene Ahornbäume wurde in Deutschland jedoch erst wieder ab dem Jahr 2005 entdeckt und in Österreich ab 2003.

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Monilinia

monilinia rund
(C) CC BY-SA 3.0 Wikipedia Jerzy Opioła

Monilinia,

besser bekannt unter den Namen seiner Nebenfruchtform Monilia, ist eine Pilzgattung, die zur Familie der Sklerotienbecherlingsverwandten Sclerotiniaceae zählt und der Gattung der Helotiales angehört.

Zu den parasitären Moniliniaarten zählen Pflanzenschädlinge, die Kern- und Steinobst als Fruchtfäule befallen oder als Spitzendürre Obstblüten schädigen können.

Erreger bei Apfel und Kirsche sind vor allem die Arten Monilia laxa, Monilia fructigena und Monilia fructicola. Der Soorpilz Candida albicans, früher als Monilia albicans bezeichnet, zählt als Hefepilz.

Monilinia-Arten verursachen verschiedene Krankheiten. Die wirtschaftlich bedeutsamsten sind Moniliose/Fruchtfäule oder Spitzendürre. Monilinia fructigena bildet in der Nebenfruchtform die typischen konzentrischen Kreise mit gelblichen Pusteln und ist vor allem auf den Früchten zu finden, Monilinia laxa und auch Monilinia fructicola bilden hingegen gräuliche Pusteln, die nicht konzentrisch angeordnet sind.

monilinia fruchtbefall rund
(C) GFDL & CC ShareAlike 2.0 Wikipedia Mnolf

Monilia, v. a. Monilinia fructigena, befällt nur verletzte Früchte. Häufig ist zu beobachten, dass die Fäulnis an Fraßstellen oder anderen Wunden beginnt. Zunächst treten an den Früchten graubraune, meist ringförmig angeordnete Pilzfruchtkörper als Polsterschimmel auf.

Der Pilz durchwächst nach und nach die Frucht und führt zu einer Totalfäule. Typisch sind dabei weiße Fruchtkörper des Pilzes auf der etwa milchkaffeebraunen, verfaulten Frucht. Die Flecken sind dabei in sehr charakteristischen konzentrischen Kreisen angeordnet. Auch im Obstlager kann die Entwicklung der Schadpilze weiter fortschreiten und zu einer sogenannten Schwarzfäule führen.

Befallene Früchte von Kern- und Steinobst trocknen ein, verbleiben am Baum oder fallen ab. Komplett verfaulte, am Baum verbliebene Früchte werden als „Fruchtmumien“ bezeichnet und treten insbesondere bei Äpfeln, Birnen und Quitten auf, sind aber auch bei Süß- und Sauerkirschen, Zwetschgen, Renecloden und Pfirsichen zu finden. Monilia-Erreger (wie M. fructigena und M. laxa) können an verdorrten Früchten überwintern und sich im Frühling erneut ausbreiten. Um eine erneute Übertragung des Erregers im Folgejahr zu vermeiden, müssen befallene Früchte im Winter vom Baum entfernt, Zweige bis auf das gesunde Holz zurückgeschnitten werden. Die Abfälle sollten nicht kompostiert, sondern über die Biotonne entsorgt oder verbrannt werden.


Vom Monilia-Befall sind fast alle kultivierten Obstarten, aber auch einige Zierpflanzen betroffen. Neben Apfel-, Birn-, Süß- und Sauerkirsch- (hier besonders die Schattenmorelle) und Pflaumenbäumen tritt Monilia auch bei den entsprechenden Zierarten und Mandelbäumen auf. Inzwischen werden auch Sorten gezüchtet, die gegen den Pilz resistent sind. Auf verschiedenen Heidekrautgewächsen wachsen Arten, die von Holst-Jensen und Schumacher vorläufig in die Gattung Franquinia gestellt werden.

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Porree-Rost

Puccinia allii ist eine Ständerpilzart aus der Ordnung der Rostpilze (Pucciniales).

Der Pilz ist ein Endoparasit verschiedener Lauche. Symptome des Befalls durch die Art sind Rostflecken auf den Blättern der Wirtspflanzen. Das Verbreitungsgebiet umfasst ein holarktisches Areal.

Puccinia allii ist mit bloßem Auge nur anhand der auf der Oberfläche des Wirtes hervortretenden Sporenlagern zu erkennen. Sie wachsen in Nestern, die als rötliche bis braune Flecken auf den Blattoberflächen erscheinen.

Die Wirtspflanzen von Puccinia allii sind diverse Lauche (Allium spp.). Der Pilz ernährt sich von den im Speichergewebe der Pflanzen vorhandenen Nährstoffen, seine Sporenlager brechen später durch die Blattoberfläche und setzen Sporen frei. Die Art verfügt über einen Entwicklungszyklus mit Uredien und Telien.

Der Pilz überwintert an befallenen Pflanzenresten oder an Porreestangen, die über Winter im Beet stehen bleiben, bzw. an in der Nähe wachsendem Schnittlauch.

Befallene Pflanzenreste sollten daher nicht auf den Kompost.

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Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit 

ist eine durch den Pilz Taphrina deformans verursachte Pflanzenkrankheit, die Pfirsich-, Nektarinen- und Mandelbäume befällt. Die Krankheit ist auch unter dem Namen „Bläschen- und Kräuselkrankheit“ bekannt.

Die Kräuselkrankheit am Pfirsich wird von Taphrina deformans, einem Schlauchpilz, verursacht. Dieser Pilz steht in naher Verwandtschaft mit Taphrina pruni, dem Erreger der Narren- oder Taschenkrankheit an der Pflaume. Taphrina deformans lebt von Juni bis Februar saprophytisch – das heißt, er ernährt sich ausschließlich von abgestorbenem Pflanzenmaterial – als Sprossmycel an Trieben und Knospenschuppen.

Bildnachweis:
Von Schwäbin (Wikimedia) Lizenz: CreativeCommons by-sa-3.0-de (Kurzfassung), CC BY-SA 3.0 de

Ende Februar bis Anfang März zerfällt das Sprossmycel in eine Vielzahl von Sprosszellen.

Durch Regen werden die Sprosszellen in die gerade geöffneten Knospen des Baumes geschwemmt (in Westeuropa also etwa im Februar).

Dort infizieren sie die noch nicht entfalteten Blätter und durchwuchern die Blütenknospen. Ist dieses geschehen, helfen keine Gegenmaßnahmen und die Krankheit nimmt im Frühjahr ihren Lauf.

Mitte Mai bis Anfang Juni bildet der Pilz Sporenlager aus, die als zarter, plüschartiger Flaum zu erkennen sind. Die enthaltenen Ascosporen keimen auf den Trieben aus und überwintern später wieder als Sprossmycel.

Für die Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich sind in Deutschland und Österreich mehrere Fungizide mit dem Wirkstoff Difenoconazol zugelassen.

Infektionsgefahr durch Kräuselkrankheit in Haus- und Kleingärten erhöht

Karlsruhe – Die Kolleginnen und Kollegen vom Pflanzenschutzamt Berlin weisen im aktuellen „Berliner Gartenbrief“ darauf hin, dass es auch im Haus- und Kleingarten Möglichkeiten gibt der Kräuselkrankheit in Pfirsich, Aprikosen und Nektarinen entgegen zu wirken und beschreiben dazu ihre Strategie.

Der milde Winter hat das Überdauern der Sporen der Kräuselkrankheit an Pfirsich und Nektarinen gesichert. Es ist davon auszugehen, dass an Gehölzen, wo bereits im letzten Jahr diese Krankheit auffallend war, erneut mit Befall zu rechnen ist.

Der angekündigte Witterungsverlauf stimuliert das Anschwellen von Knospen an Pfirsichen und Nektarinen und gleichzeitig können bei vorhandener Feuchtigkeit die überwinternden Sporen in den Knospenschuppen keimen und die neuen Blätter infizieren.

Wer den Befall an sehr anfälligen Pfirsich- und Nektarinen-Arten einschränken will, muss jetzt behandeln. Da maximal nur drei Behandlungen zugelassen sind, sind Folgebehandlungen so zu terminieren, dass besonders Zeiten mit erhöhtem Infektionsdruck (warme feuchte Witterungsabschnitte) bis Anfang April berücksichtigt werden.

Für die Applikation im Haus- und Kleingarten steht das zugelassene Pflanzenschutzmittel „Duaxo-Universal-Pilzspritzmittel“ zur Verfügung. Aus Sicht der Berliner Experten sollte das appliziert werden, wenn am Tag die Temperaturen ca. 5 Stunden über 8°C liegen.

Tipps: Alternativen bilden Produkte (z.B. auf Algenbasis, kaliumbetonte Blattdünger), die ab Sommer bis zum Laubfall mehrmalig über das Blatt appliziert werden (Blattdüngung). Damit verändert sich die Oberfläche der Blätter, die Infektionsbedingungen für den Pilz werden verschlechtert.

(Informationen des LTZ Augustenberg vom 20.02.2019)

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Schrotschusskrankheit

Die Schrotschusskrankheit (englisch shothole disease

ist eine von dem Pilz Wilsonomyces carpophilus (=Stigmina carpophila (Lev.) M. B. Ellis (= Clasterosporium carpophilum)) verursachte Pflanzenkrankheit.

Die Krankheit zeigt sich zuerst durch aufgehellte Punkte an jungen Blättern verschiedener Steinobstarten, die sich nach wenigen Tagen rötlichbraun verfärben. Die Pflanze startet eine Abwehrreaktion, bei der der Pilz ausgegrenzt wird. Dadurch brechen nach etwa zwei Wochen die nekrotischen Gewebeteile innerhalb der Flecken aus und hinterlassen 1–10 mm große, rot umrandete Löcher. Das Laub wirkt vor allem bei stärkerem Befall wie von Schrotkugeln durchlöchert, daher der Name. Es vergilbt und fällt vorzeitig ab.

An den Früchten bilden sich schwärzliche, eingesunkene Punkte oder Flecken mit rotem Rand. Diese Früchte verkrüppeln, reißen auf, vertrocknen bzw. verfaulen und werden abgestoßen.

Die Krankheit befällt vor allem Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen, aber auch andere Steinobstarten (Mirabelle, Pfirsich, Kirschlorbeer, Zierkirsche, Mandel). Verschiedene Kirschsorten sind unterschiedlich anfällig. Nach der Fachhochschule Weihenstephan sind folgende Sorten gering anfällig:

  • Abels Späte
  • Königskirsche Typ Gatterstedt
  • Büttners Rote Knorpel
  • Hausmüller Mitteldicke
Krankheit

Empfohlen werden ein bis vier Fungizid-Spritzungen in Befallslagen, vor allem bei massivem Vorjahresbefall. Bei anhaltend feuchter Witterung im Frühjahr erfolgt die erste Behandlung beim Austrieb, weitere im Abstand von zehn bis vierzehn Tagen. Wichtig ist, dass die Behandlung während der Blattentwicklung erfolgt. Zum Laubfall wird außerdem eine Behandlung mit einem Kupferpräparat empfohlen. Maßnahmen mit Kupfer vor der Blüte haben nur befallsmindernde Wirkung.

Befallenes Laub und Fruchtmumien sollten entfernt werden, um den Befallsdruck zu mindern. Stark befallene Bäume werden zurückgeschnitten. Dies bewirkt neben dem Mindern des Befallsdrucks auch ein schnelleres Trocknen der Krone nach Niederschlägen. Befallene Triebe werden vor allem bei Pfirsichbäumen entfernt.

Zur Verhinderung von Spätinfektionen an den Trieben sollten Pfirsichbäume unmittelbar vor dem Laubfall mit Kupferpräparaten oder den schon im Sommer verwendeten synthetischen Fungiziden gespritzt werden.

Eine abgestimmte Düngung, insbesondere eine zurückhaltende Stickstoffdüngung, hemmt den Befallsdruck ebenfalls etwas.

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Obstbaumkrebs

Der Obstbaumkrebs

ist eine durch die Infektion mit dem Pustelpilz Neonectria ditissima hervorgerufene Pflanzenkrankheit. Die Infektion führt zum Absterben von Rinden- und Holzgewebe, der befallene Baum versucht die dadurch entstehende Wunde durch die Bildung von Wundgewebe zu überwallen, wodurch voluminöse Kalluswucherungen entstehen können. Obwohl die so entstehenden Geschwulste kein Krebs im medizinischen Sinne sind, spricht man von Baumkrebs.

Der Obstbaumkrebs ist ein Wundparasit, der für die Infektion auf Verletzungen der Rinde als Eintrittspforte in das Gewebe seiner Wirtspflanzen angewiesen ist.

Diese Verletzungen können auf natürliche Weise (z. B. Frostrisse, Hagelschlag, Verletzungen durch saugende oder fressende Insekten) oder durch mechanische Eingriffe des Menschen (z. B. durch den Obstbaumschnitt, Reibungen der Anbindung) entstehen.

Meist erst im Folgejahr der Infektion bilden sich zerstreute kugelige, rötlich gefärbte Fruchtkörper (Perithecien), die das sexuelle Stadium des Pilzes darstellen. Die Ausbildung der Fruchtkörper findet vor allem im Spätsommer und Herbst in Perioden mit feuchtem Wetter und kühlen Temperaturen statt.

Krankheit

Vorbeugende Maßnahmen sind im Kampf gegen den Obstbaumkrebs besonders wichtig. Durch ein durchdachtes Management von Erwerbsobstanlagen lässt sich die Krankheit zumindest eindämmen. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, ist das Beschneiden der befallenen Stellen wichtig, da sich der Pilz sonst weiter ausbreitet.

Die verschiedenen Apfelsorten weisen eine stark unterschiedliche, sortenabhängige Empfänglichkeit für die Erkrankung auf. Die Sortenwahl hat deshalb bei der Neupflanzung einer Obstbauanlage eine große Bedeutung bei der Prophylaxe.

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Sternrußtau

Sternrußtau (Diplocarpon rosae), 

auch Schwarzfleckenkrankheit genannt, ist ein Schlauchpilz, der eine der häufigsten Pilzkrankheiten der Rose verursacht, aber auch andere Pflanzen, zum Beispiel den Lorbeer befällt.

Verursacht wird die Krankheit durch im Boden überwinternde Pilzsporen, die oft durch auftreffendes Gieß- oder Regenwasser auf die Rose gespritzt werden, wo sie sich je nach Empfindlichkeit der Sorte mehr oder weniger stark ausbreiten.

Um einer Erkrankung vorzubeugen, ist es wichtig, durch eine entsprechende Nährstoffversorgung die Widerstandskraft der Pflanze zu erhöhen. Da der Befall nur schwer zu bekämpfen ist, empfiehlt es sich, dass die Pflanzen schon ab Mai vorbeugend gespritzt werden.

Ist die Pflanze erkrankt, muss sie mit einem geeigneten Spritzmittel behandelt werden. Kranke Blätter sowie befallene Triebe sind zu entfernen und in der Mülltonne zu entsorgen, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern.

Krankheit

Neben der Anwendung von Pflanzenschutzpräparaten empfiehlt sich auch das Abspritzen der Rosen mit Schachtelhalmtee. Ab Frühjahr sollte man die Rosen regelmäßig mit ausgegorener Brennnesseljauche gießen und den Boden mit Holzasche der Buche bestreuen.

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Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule ist eine der häufigsten Krankheiten an Tomatenpflanzen.

Sie wird – wie die Kraut- und Knollenfäule bei Kartoffeln – durch Befall mit dem Schädlingspilz Phytophthora infestans verursacht.

Der Erreger wird meist mit Regen- oder Gießwasser vom Boden auf die Pflanze übertragen. Die Kraut- und Braunfäule bewirkt ein rapides Bräunen und Verwelken des Blattwerkes und der Tomatenfrüchte kurz vor der Erntereife.

Ähnliche durch Schadpilze verursachte Krankheiten sind Alternaria solani (Dürrfleckenkrankheit), Stemphylium solani (Stemphylium-Blattfleckenkrankheit), Cladosporium fulvum (Samt- und Braunfleckenkrankheit), Fusarium oxysporum f. sp. lycopersici (Fusarium-Welke), Verticillium albo-atrum (Verticillium-Welke), Botrytis cinerea (Grauschimmelfäule), Phytophthora parasitica, Alternaria tomato, Septoria lycopersici, Sclerotium rolfsii, Colletotrichum-Arten und Botryosporium-Arten.

  • Vorbeugend sind daher Tomatenpflanzen so zu kultivieren, dass Gießwasser auf den Boden oder – besser – in eingegrabene Töpfchen gegossen wird, sodass vom Boden nichts an die Pflanze hochspritzt. Außerdem ist die Pflanze zum Schutz gegen Regenwasser unter Dächern zu halten. Ein Hilfsmittel bietet auch ein „Tomatenhut“, welcher über der Tomatenpflanze einen Kleinst-Regenschutz bildet.
  • Vorbeugend kann mit Kupfersalz-Präparaten gespritzt werden.
  • Ein vorbeugendes biologisches Spritzmittel besteht aus zerhackten Rhabarberblättern, welche mit kochendem Wasser übergossen werden. Nach dem Abkühlen wird dies durchgesiebt und auf die Tomaten gesprüht.
  • Mulch (Stroh, Holzhäcksel, Heu etc..) verhindert, dass das Wasser Bodenpartikel hochspritzt, sodass der Erreger nur schwer an die Pflanze kommt.
  • auch lebender Mulch (Unterpflanzung von günstig wechselwirkenden Kräutern oder Gemüsen) hat diesen Effekt. Siehe dazu Mischkultur.
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Gurkenmosaikvirus

Das Gurkenmosaikvirus 

(englisch Cucumber mosaic virus, CMV oder CuMV) ist ein sehr häufig auftretendes Pflanzenvirus im Gartenbau. Es befällt Gurken (Cucumis) und Kürbisse (Cucurbita), aber auch viele andere Pflanzen und ist wahrscheinlich weltweit verbreitet. Die Isolate des Gurkenmosaikvirus können zwei unterschiedlichen Serotypen zugeordnet werden, die auch unterschiedliche biologische Eigenschaften besitzen.

Als Wirt des Gurkenmosaikvirus sind Arten aus 85 verschiedenen Pflanzenfamilien beschrieben, experimentell ließen sich über 1000 Pflanzenarten infizieren. Das Virus überwintert vor allem auf ausdauernden Gräsern, die für Blattläuse (Aphidoidea) im Frühling attraktiv sind.

Das Virus wird dann durch die Blattläuse übertragen. Ein anderer Übertragungsweg läuft über die bei gartenbaulichen Pflegemaßnahmen verwendeten Schnittwerkzeuge. Das Virus ist saatgutübertragbar.

An befallenen Pflanzen verursacht es Mosaikerscheinungen, Stauchungen und Blattdeformationen. Die jüngeren Blätter können chlorotisch bis gelblich gefleckt sein. Die Früchte sind verformt und gescheckt.

Virus

 

In der Vermarktungsnorm für Gurken (Verordnung (EWG) Nr. 1677/88) ist festgelegt, dass mosaikbefallene Gurken aufgrund der möglichen weiteren Verbreitung als „nicht gesund“ von der Vermarktung auszuschließen sind. Bei Tieren und Menschen kann das Virus weder eine Infektion auslösen, noch eine Erkrankung verursachen.

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Tomatenmosaikvirus

Mosaikvirus Tomate
[Foto: Scot Nelson - CC BY 2.0]

Das Tomatenmosaikvirus

(wissenschaftlich Tomato mosaic virus, Akronym ToMV) ist ein starres, stäbchenförmiges Pflanzenvirus mit helikaler Symmetrie. Es ist 300 nm lang, 19 nm breit und gehört zur Gattung der Tobamoviren.

Das Genom besteht aus einzelsträngiger Ribonukleinsäure von ca. 6384 Basen Länge mit positiver Polarität. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Hauptwirt des ToMV die Tomate (Solanum lycopersicum).

Es können aber auch andere Pflanzen, wie Tabak oder Paprika infiziert werden. Das Krankheitsbild äußert sich in Blattnekrosen, Blattscheckung in Form von Mosaiken und Wachstumshemmungen.

Das Tomatenmosaikvirus ist ein Pflanzenpathogen, d. h. es befällt ausschließlich Pflanzen und stellt für den Menschen keinerlei Gefahr dar, weder bei Kontakt mit einer infizierten Pflanze, noch bei Verzehr einer infizierten Frucht.

Bei Tomaten ist ein Befall leicht an der, im Grünton abweichenden, mosaikartigen Fleckung der Blätter und den Nekrosen, besonders entlang der Hauptadern, erkennbar.

Diese Viruskrankheit wird durch Blattläuse übertragen und weist an den verschiedenen Pflanzenarten unterschiedlichen Befalls Symptome auf.

Virus

Um im privaten Haushalt die Infektionsrate zu reduzieren und gekaufte, möglicherweise kontaminierte Samen zu säubern und damit eine Durchseuchung des Bodens zu verhindern, empfiehlt sich ein gründliches Abwaschen mit warmen Wasser. Gründliches Händewaschen und Sterilisation der Werkzeuge sind essentiell.

Um vor kontaminierten Boden gefeit zu sein, hilft Dämpfen bei mindestens 90 °C, allerdings ist diese Methode recht aufwändig. Ist das Virus erst einmal in die heimischen Pflanzenbestände eingedrungen, kann nur noch die Eliminierung infizierter Pflanzen (am besten verbrennen) und des darum befindlichen Bodens gegen eine weitere Ausbreitung helfen.

Da es keinen natürlichen Vektor als Überträger gibt (z. B. Insekten), sondern dies durch rein mechanische Weise geschieht, gibt es auch kein Pestizid oder dergleichen mit dem der Verbreitung Einhalt geboten werden könnte.

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